Dr.Gaensler

Kurz und Prägnant:

In einem ersten ausführlichen Termin, geht es um die Entfernung allen infizierten Nervengewebes und der Kariesbakterien aus dem Zahn, sowie das vollständige Auffinden aller Kanäle, und deren Desinfektion bis an die Wurzelspitze. Nachdem die Kanäle bis an die Wurzelspitze gereinigt und desinfizeirt sind, kommt eine entsprechende baketreintabtötende Salbe in den Zahn, welcher dann noch dicht verschlossen wird.

Ausführlicher:

Wie ist der typische Ablauf einer Wurzelbehandlung ?

Nach absoluter Trockenlegung mit Kofferdam, wird je nach Qualität der coronalen Restauration (entscheidend ist die Dichtigkeit und Spaltfreiheit), diese belassen oder vollständig entfernt. Sind noch kariöse Zahnabschnitte, werden diese gründlich gesäubert und desinfiziert.

Es hat sich aus Sicht der durchgängigen chemo-mechanischen Desinfektion, während der endodontischen Behandlung, bewährt, zunächst die coronalen Defekte mit einer adhäsiv, geklebten Compositehülle wieder aufzubauen. So kann man bei den nachfolgenden endodontischen Behandlungschritten, wie der Trepanation, des Zugangs zu den Kanaleingängen, dem Erweitern und dem Aufbereiten  der Kanäle, stetig ein Flüssigkeitsreservoir aus z.B. 5 % igem Natriumhypochlorit im Zahninneren stehen lassen, das nicht weg läuft.

Anhand der präoperativen Röntgenbilddiagnostik, kann man als erfahrener Behandlung bereits Informationen über die möglichen Kanaleingänge,  die weite und Krümmung der Kanäle, sowie möglicher anatomsichen Schwierigkeiten gewinnen.

Bei allen Schritten ab Pulpenkammerbodenebene abwärts wird vorsichtig daran gegangen, vorsichtig die initial engen Kanaleingänge zu erweitern. Hier hat sich ein Preflaring mit Handinstrumenten (z.B. Hedströmfeilen ISO 8 > 10 > 15 > 20 > 25 in Wiggle-Wiggle-Pullmotion) im feuchten Milieu bewährt. Hat man eine initiale Erweiterung der Zugänge, können diese dann auf den ersten Millimetern mit sanft eingebrachten Gatesgliddenbohrern noch trichterförmiger geformt werden, welche drucklos in die Wurzelkanaleingangskavitäten einrotiert werden.

Das stete Spülen und Desinfizieren mit Natriumhypochlorit ist ein essentieller Bestandteil der sog. chemomechanischen Aufbereitung.

Anschließend wird dann mit Hilfe maschinell eingesetzter Aufbereitungsfeilen wie z.B. den Protaper next (SX bis F2), bei angehängter Längenmessung und Fluten der Kanaleingangstrichter mit Natriumhypochlorit, bis nach apikal aufbereitet. 

Unter der vergrößernden Sicht des Dentalmikroskopes, schaut man nach weiteren, bisher nicht gefundenen Kanälen und feinsten Linien, in denen noch nekrotische Gewebreste sitzen können.

Es finden reichlich Spülungen im Wechsel von Natriumhypochlorit und EDTA statt, wenn es auch darum geht, enge und kalzifizierte Strukturen aufzufeilen. Hier ist das händische Vorfeilen bis zu der Größe ISO 25 die sicherste Methode, Frakturen der maschinellen Feilen zu vermeiden.

Nach vollständigem Aufbereiten aller aufgefundenen Kanäle, wird dann in die getrockneten Wurzelkanalabschnitte eine Calciumhydroxidhaltige Salbe einrotiert.

Am Ende der ersten Sitzung wird der Zahn dann komplett, adhäsiv dicht verschlossen.

Nach einem Abstand von wenigen Wochen, wird im 2. Behandlungstermin nochmals das gesamte Kanalsystem auf die vollständige Aufbereitung überprüft, reichlich desinfiziert und bei klinisch unauffälligem Verlauf, sowie einer erkennbaren Ausheilung des Entzündungsprozesses am Röntgenbild, der Zahn mit einer dichten, dreidimensionalen Wurzelfüllung aus Guttapercha versehen (Thermoplastische vertikale Kondensation).

Nach Röntgenkontrolle der Wurzelfüllungen, wird der Zahn wieder adhäsiv dicht verschlossen und der Patient an den Hauszahnarzt zurück überwiesen.