Dr.Gaensler

Fällt nach Untersuchung und Beratung des Patienten die Entscheidung, daß der endodontisch vorbehandelte Zahn von der Wurzelspitze angegangen werden muss, wird ein Behandlungstermin mit reichlich Zeit vereinbart, um in Ruhe gezielt von der apikalem Seite an die Entzündung heran zu gehen.

Der typische Ablauf einer mikrochirurgischen Revisionsbehandlung schaut so aus, daß nach suffizienter Anästhesie des zu operierenden Behandlunsggebietes, ein entsprechender Schleimhautlappen um den zu behandelnden Zahn, vorsichtig - bei gleichzeitiger Schonung sensibler Strukturen (Zahnfleischpapillen, Nerv etc) abpräpariert wird, und dann auf Höhe der apikalen Region der Wurzel, unter Zuhilfenahme des Dentalmikroskopes ein Zugang zu dem Entzündungsgebiet durch den Knochen gefräst wird.

Die stete Überwachung des Anlegens des Zuganges, via Dentalmikroskop, erfolgt bei optimaler Beleuchtung und Sicht via den zahnärztlichen Spiegel und optimaler Trockenlegung durch die zahnärztliche Assistentin.

Ist die betreffende, entzündete Region um die Wurzelspitze herum erreicht, geht es an das vorsichtige Resezieren der apikalen Wurzelabschnitte, bei gleichzeitiger Schonung des umliegenden Knochens. Immer wieder wird optisch das Ergebnis verifiziert und die Apikalregion der Wurzel von retrograd über kleine Mikrospiegel kontrolliert, bis entweder dicht gefüllte Kanalabschnitte erkennbar sind, oder eine Kavität für die Aufnahme eines retrograden Wurzelfüllmaterials (z.B. MTR) präpariert werden muss.

Zum retrograden Präparieren von Kavitäten haben sich die entsprechend, abgewinkelten Ultraschalltips bewährt, welche allerdings mit größer Vorsicht und niedriger Intensität, eingesetzt werden sollten.

Das retrograde Einbringen eines Wurzelfüllmaterials wie MTR ist oftmals technisch nicht einfach, da alle Arbeitsschritte indirekt über den Spiegel ausgeführt werden müssen, und ein entsprechendes Mikroinstrumentarium für diese Arbeitsgänge benötigt wird.

Nach erfolgreicher Resektion, gegebenen falls dichter retrograder Wurzelfüllung und röntgenologischer Kontrollaufnahme, wird dann der nach apikal abgeschobene Schleimhautlappen, wieder mit Mikronähten exakt positioniert vernäht, so daß i.d.R. eine primäre Wundheilung stattfinden kann.