Dr.Gaensler

Wurzelwiederholungsbehandlungen sind ja immer Behandlungen, eines schon vorbehandelten Zahnes, mit einer entsprechend komplexen Vorgeschichte und Situation.

Grundsätzlich sollte man bei Anzahl der Behandlungssitzungen bei Revisionsbehandlungen von 3 Terminen ausgehen:

Im 1.Termin findet eine gründliche, klinische Inspektion und das Anfertigen eines tagesaktuellen Röntgenbildes statt, dann wird nach Stellen der Diagnose, mit dem Patienten ein Aufklärungsgespräch über die geplante Behandlung (technisches Vorgehen, Chancen, Risiken, Limitationen, Prognose, Kosten, evtl. Weiterversorgung des Zahnes durch den Hauszahnarzt) gesprochen und falls gewünscht, ein Kostenplan für die anstehende Behandlung erstellt.

Im. 2. Termin findet dann, bei reichlich Behandlungszeit (Minimum 2 Stunden + evtl. Reservezeit - je nach zu erwartender Schwierigkeit des Zahnes) die eigentliche Revisionsbehandlung statt. Das Ziel in dieser längeren Sitzung ist es, alle alten Materialien plus Infektion, aus dem Zahn und den Wurzelkanalsystemen, heraus geholt zu haben. Es sollten alle auffindbaren Wurzelkanäle gefunden, dargestellt und aufgefeilt sowie reichlich desinfiziert sein. Am Ende des 2. Termines kommt eine bakterizide Salbe in die Kanäle und der Zahn wird wieder dicht verschlossen.

Nach einigen Wochen wird dann im 3. Behandlungstermin, durch den dichten Aufbau, vorsichtig eine Art "Kernbohrung" zu den Wurzelkanälen gemacht. Es wird dann die eingelegte Salbe heraus gespült, und noch einmal das Ergebnis der Wurzelkanalaufbereitung kritisch überprüft. Hat es evtl. noch zusätzliche, feinste Kanalstrukturen, Verzweigungen, versteckte Kanälchen ? Nach reichlicher Desinfektion aller Kanäle, wird dann in einer speziellen Fülltechnik, die dichte Wurzelfüllung eingebracht, und der Zahn wieder dicht verschlossen.