Dr.Gaensler

Kurz und Prägnant:

Nach klinischer Untersuchung und klarer Diagnose, wird nach vorsichtiger Betäubung, ein Operationstuch über den von Kariesbakterien entzündeten Zahn gestülpt. Dann werden im Zahninneren alles Bakterien unter Vergrößerung entfernt, die infizierten Wurzelkanäle in einer speziellen Technik gesäubert und desinfiziert und mit einer bakterientabtötenden Salbe gefüllt. Zum Abschluss des 1. Termines ist der Zahn dann dicht verschlossen und aufgebaut. Im 2. Termin wird durch den Aufbau nochmals eine Kernbohrung gemacht, die Wurzelkanäle gut desinfiziert und dann ein dichte Wurzelfüllung bis an die Wurzelspitzen eingebracht.

Ausführlicher:

Es wird im Falle eines verdächtigen Zahnes, zuerst eine klinische Untersuchung stattfinden. Neben der Feststellung des Ausmasses des durch die Kariesbakaterien verursachten Loches im Zahn, geht es auch um die Abschätzung der vorhandenen Restsubstanz nach dem vollständigen Entfernung der Karies.

Eine Vitalitätsprüfung mit Eisschnee, ein Röntgenbild, die klinische Testung des Zahnes auf Klopfempfindlichkeit und das Tasten der Region der Wurzelspitze gehören mit zur vollständigen Untersuchung und Befunderhebnung.

Ist die Diagnose eindeutig, daß die Bakterien den Nerv entzündet haben, wird effizient und schonend der Zahn/die Region betäubt.

Nach dem Einsetzen der Wirkung der Betäubung, wird dann über den betroffenen Zahn bzw. die Region des Zahnes, ein Operationstuch aus Gummi (= Kofferdam) angelegt, das eine absolute Trockenlegung des Zahnes gegenüber der Umgebung und Abschottung gegen Blut/Speichel etc. mit sich bringt.

In einer ersten Behandlungsphase werden dann die Kariesbakterien vollständig unter Vergrößerung via einer Lupenbrille entfernt. Die absolute Kariesfreiheit wird mittels spezieller Färbemittel, welche Kariesbakterien anfärben, sicher gestellt.

Je nach Defektgröße, sollte dann zuerst der kariesfrei gemachte Defekt mittels einer geklebten, bakteriendicht schließenden Kunststoffüllung (= adhäsive Compositerestauration), als wieder circulär geschlossenes Zahngebilde aufgebaut werden.

Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, daß dann während der eigentlichen Wurzelkanalbehandlung, in dem so geschaffenen Zahnaufbau, stets eine Desinfektionslösung stehen kann, welche eine permanente Desinfektion - während des Bearbeitens der Wurzelkanäle - bedeutet. 

Die Phasen einer qualitativen Wurzelkanalbehandlung sind dann ähnlich denen, wie der Kanalrohrreinigungsdienst in die verstopften Abflussrohre einfährt: Zunächst werden unter Sicht des Dentalmikroskopes, in einer Vergrößerung zwischen ca 5 - 25 fach und bei bester Ausleuchtung des Zahninneren durch helles Xenonlicht, die Wurzelkanaleingänge gesucht.

Sind die Kanaleingänge gefunden, werden diese substanzschonend aufgefeilt, so daß wiederum stetig Desinfektion in die Kanalsysteme - während des Entfernend der Bakterien und der zerfallenen Nervenreste - nachfließen kann.

Dann geht es an das vorsichtige Ertasten der Kanalkrümmungen, der Kanalweite und der Tiefe der Wurzelkanäle mittels sensibel per Hand eingeführter Spezialfeilen.

Als Sicherheitsmassnahme zum Vermeiden von Bakterienverschleppung über die Wurzelspitze oder Reizung des Knochens, hinaus, wird bei diesem Vorgehen, an jeder Feile eine sog. elektrometrische Längenbestimmung angeklebt.

Sind per Hand alle aufgefundenen Kanäle vorgefühlt, und bis zu einer bestimmten Weite aufgefeilt, welche nötig ist, daß die Desinfektionsflüssigkeit, den gesamten Wurzelkanalraum erreichen kann, dann kommen wiederum spezielle, maschinelle Feilen aus Nickel-Titan zum Einsatz, welche die Wurzelkanalauffeilung(= Aufbereitung) abrunden.

Endziel ist immer, möglich gesäuberte und desinfizierte Würzelkanäle herbei zu führen, so daß die Bakterien, welche noch in kleinsten Seitenkanälchen sitzen, vollends absterben.

Nach Abschluss der Wurzelkanalaufbereitung in der 1. Sitzung, wird i.d.R. in die gereinigten und gesäuberten, trockenen Kanäle eine bakterienabtötende Salbe eingebracht, welche in den folgenden Wochen aus den Hauptkanälen heraus, auf die in den Seitenkanälen befindlichen Restbakterien wirkt und diese abtöten soll.

Der Abschluss der 1. Sitzung ist dann der vollständige, dichte Verschluss des sauber gemachten Zahnes, mit einer dichten geklebten Compositerestauration.

Die Dauer dieses 1. Termines liegt je nach anatomischen und sonstigen technischen Schwierigkeiten beim Aufbau des Zahnes, welche sehr individuell schwanken können, bei ca 1 h 30 - 2 h.

Da im Normfall ein stark bakteriell infizierter Zahn wurzelbehandelt werden muss, und die Infektion sich im ganzen Zahn bis in tausendstel Millimeter großen Seitenkanälchen an der Wurzelspitze ausgebreitet hat, macht es aus meiner langjährigen klinischen Erfahrung Sinn, nach erfolgreichem Verlauf der Wurzelbehandlung in der 1. Sitzung, dem Zahn eine Zeit zur Ausheilung des Infektes zu geben.

Nach Wochen wird dann im 2. Behandlungstermin, wieder nach Betäubung der Region und absoluter Trockenlegung des Zahnes mittels Kofferdamgummi, durch die dichte Aufbaufüllung aus Kunststoff, eine Kernbohrung bis an die Wurzelkanäle heran gemacht.

Nach reichlicher Desinfektion und nochmaliger penibler Überprüfung des Zahninneren, sprich hat es noch zusätzliche versteckte Kanalstrukturen, welche vielleicht im ersten Termin nicht gefunden werden konnten, geht es dann an die Wurzelfüllung.

Hierbei kommt in meiner Praxis seit 2001 eine spezielle, amerikanische Fülltechnik zur Anwendung, bei der mittels exakt in die Wurzelkanäle eingemessener Naturkautschukspitzen eine dichte Wurzelfüllung eingebracht wird.

Das besondere an dieser Fülltechnik ist, daß die Kautschukspitzen erwärmt und verdichtet werden, so daß auch Unebenheiten und Hohlräume der Kanalwände, sowie vorhandene Seitenkanälchen, dreidimensional dicht ausgefüllt werden.

Nach Einbringen dichter Wurzelkanalfüllungen in alle Kanäle, wird zum Abschluss nochmals ein Kontrollröntgenbild angefertigt, und bei einwandfreier Wurzelfüllung, dann der Zahn wieder mittels einer geklebten Kunststoffüllung dicht verschlossen.