Dr.Gaensler

Kurz und Prägnant:

Die qualitative Wurzelbehandlung stellt eine mögliche Option der Zahnerhaltung dar. Alternativ gibt es, nach Aufklärung weitere Möglichkeiten, wie z.B. 1. die nach Zahnverlust entstehende Lücke belassen, 2. die nach Zahnverlust entstehende Lücke mit einer Brückenlösung zu versorgen, 3. die nach Zahnverlust entstandene Lücke mit einer herausnehmbaren Prothese zu ersetzen, und 4. die nach Zahnverlust entstandene Lücke mit eines sog. Implantates und Krone zu versorgen.

Ausführlicher:

Die qualitative Wurzelbehandlung ist mit einem hohen Prozentsatz des Erfolgs, eine der Möglichkeiten, den Zahn zu erhalten, und das Entstehen einer Zahnlücke zu vermeiden. Das Entfernen eines Zahnes zieht immer eine Folge biologischer Prozeße in der betreffenden Region nach sich. Es kommt mit Verlustes des Zahnes, und damit seinem den Knochenaufbau unterhaltenden Faserapparat, zu einem Knochenabbau, der individuell unterschiedlich sein kann.

Wenn man als Patient und Behandler, aus welchen Gründen auch immer, den Zahn nicht wurzelbehandeln lassen möchte, und dieser entfernt wird, stellt sich die Frage, ob es Alternativen zur Wurzelbehandlung gibt ?

Als erste Variante, nach Verlust des Zahnes, besteht die Möglichkeit, die Lücke zu belassen. Das ist - bei allen Nachteilen - eine patientenindividuelle Entscheidung, die man im Vorfeld mit dem Patienten diskutiert haben sollte. Eine Zahnlücke kann Zahnwanderung und -kippung der Nachbarzähne bedeuten. Durch den Knochenabbau in der Lücke verschlechtert sich mit der Zeit, die Möglichkeit, eine künstliche Wurzel wie ein sog. Implantat zu setzen.

Die zweite Variante der Versorgung einer entstandenen Zahnlücke, wäre eine sog. Brückenlösung. Dabei werden die Nachbarzähne als Pfeilerzähne herangezogen und müssen beschliffen werden, was unter Umständen auch den Verlust gesunder Zahnsubstanz bedeutet. Auch ist unter dem die Zahnlücke überbrückenden Brückenglied, eine hygienisch schwierig zu reinigende Situation, die das Anlagern von Parodontalbakterien begünstigt.

Bei völlig intakten Nachbarzähnen ist die Brückenlösung mit einem großen Fragezeichen zu versehen.

Eine aus meiner Sicht völlig inakzeptable Lösung ist die Versorgung der Zahnlücke mittels einer herausnehmbaren Zahnprothese, welche über Halteelemente wie z.B. Stahlklammern an gesunden Nachbarzähnen befestigt werden muss. Die Prothesenlösung ist nicht mehr zeitgemäß, da sie auch über die Halteklammern zur Schädigung der Befestigungszähne führen kann.

Die vierte Variante einer Versorgung der Zahnlücke, ist Heute das Setzen einer künstlichen Wurzel, einem sog. Implantat aus Reintitan, welches - sofern die Rahmenbedingungen stimmen (gesunde Mundflora, Bakterienmanagement im Zahnfleisch, gute Mundhygiene, Knochenangebot etc) - eine sehr langfristige Möglichkeit der Versorgung der Zahnlücke sein kann. Je nach der Abheilung der region, aus der der Zahn entfernt wurde, sprich dem dann nach Monaten vorhandenen Knochenangebot, ist das Einbringen des Implantates ein einfacher oder ein komplexerer Vorgang, wenn zusätzlich noch ein Knochenaufbau gemacht werden muss.

Die Kosten bei den Alternativlösungen schwanken sehr stark. Das Belassen der Zahnlücke ist mit keinen Kosten verbunden. Das Anfertigen einer herausnehmbaren Prothese, stellt eine günstige Soziallösung dar, und wird nicht in allen Zahnarztpraxen angeboten, da es u.U. wider dem Qualittäsanspruch der Praxis sein kann. Die Brückenlösung kann bereits, wenn es auch eine zahnfarbene und keine metallische Brücke sein soll, deutlich über den Kosten der Wurzelbehandlung des Zahnes liegen. Die implantologische Lösung mit einer Einzelkrone, stellt die teuerste Lösung dar, da hier ein entpsrechend hoher chirurgischer Aufwand getrieben werden muss. 

Grundsätzlich gilt es im patientenindividuellen Einzelfall, nach gründlicher Diagnose und Aufklärung, mit dem Patienten die verschiedenen Varianten, mti allen Vor- und Nachteilen, sowie Kosten, zu besprechen und ihm die Chance einer freien Entscheidung zu geben.