Dr.Gaensler

Kurz und Prägnant:

Eine qualitative, endodontische Behandlung eines Zahnes, ausgeführt durch einen darauf spezialisierten und erfahrenen Behandler, hat Heute eine sehr hohe Erfolgsprognose. Bei korrekter Vorgehensweise, der Verwendung eines Dentalmikroskopes und dem entsprechenden Knowhow des Endodonten, kann im Normalfall ein Zahn, langfristig erhalten werden.

Ausführlicher:

Die Einführung der aktuellen Wurzelkanalbehandlungskonzepte, seit den 90 er Jahren, speziell auch durch die amerikanischen, endodontischen Spezialisten, auf vielen Kongressen und Kursen, hat dazu geführt, daß eine nach heutigen, wissenschaftlichen Standards (= lege artes, d.h. nach den Regeln der Kunst) durch geführte Wurzelbehandlung, sehr gute und langfristige Erfolgsprognosen hat.

Ich gehe aus meiner nunmehr ca 24 jährigen Berufszeit als zahnärztlichen Behandler, und aus der Erfahrung vieler tausend behandelter Wurzelzähne, heute davon aus, daß im Normfall - unter Einhaltung aller geforderten wissenschaftlichen Standards - bei einer Erstwurzelbehandlung, die Erfolgsprognose einer solchen Wurzelbehandlung bei ca 95 - 98 % liegt.

Ein geringer Prozentsatz von Zähnen, zeigt trotz korrekter Vorgehensweise, weiterhin eine Entzündung, die nicht wirklich ausheilen will.

Diese wenigen Fälle haben ihren Grund oftmals in der komplexen, mikroskopischen Struktur der Kanalsysteme, mit Millionen von feinst verästelten Seitenkanälchen, in den noch Bakterien überleben können.

Die wenigen weiterhin entzündeten Fälle, können aber dann nach kritischer Prüfung und Indikationsstellung, durch eine mikroskopische Wurzelspitzenresektion, meistens zum Ausheilen gebracht werden.

Es sind ganze wenige Zähne, die aufgrund der Vorgeschichte (riesige, insuffiziente Füllung oder mangelhafte Überkronung) Mikrorisse entwickelt haben, die dann zu einem Verlust des Zahnes führen.

Die Prognose liegt im Falle eines bereits vorbehandelten Wurzelzahnes etwas anders, als bei der Erstbehandlung.

Der Grund für die vorab einer Revisionsbehandlung schwerer abschätzbare Prognose, liegt oftmals darin, daß man nicht weiß, was durch den Erstbehandler bereits in den Zahn an Materialien eingebracht oder welche Probleme in den Zahn getragen wurden.

Es zeigt sich aus meiner klinischen Erfahrung oft erst, bei der Behandlung des Revisionszahnes, wo die wahren Schwierigkeiten liegen. Daher wird in der Beratung vorab, auch über alle möglichen, oder zu erwartenden Schwierigkeiten mit dem Patienten gesprochen.

Die Prognose einer erneuten Behandlung eines wurzelbehandelten Zahnes schwankt sehr stark nach der Ausgangslage.

Viele kritische Fragen muss man sich als Behandler, anhand von aktuelle angefertigten Röntgenbildern stellen:

Sind Stifte eingebracht, womit sind  sie zementiert ? Kann man die Stifte entfernen ? Welche Zemente oder Kleber hat der Vorbehandler verwendet ? Hat es abgebrochene Instrumente in einem oder mehreren Kanälen stecken, und sie sie entferntbar? Hat es vielleicht präoperativ gar nicht feststellbare Schwierigkeiten im Zahninnerern, z.B. eine Perforation in einem Wurzelkanal in den Knochen ? 

Ich bin in der Aufklärung eines Patienten über eine anstehende Revisionsbehandlung, gerne sehr ehrlich und schildere vor dem Hintergrund meiner langjährigen Erfahrungen mit solchen komplexen Behandlungen, realistisch die zu erwartende Prognose, die Kosten und natürlich auch die Alternativen.

Die Prognose für einen revisionsbehandelten Wurzelzahn, kann eine weite Schwankung aufweisen.

Ich halte es unter einer 60 - 70 % igen Wahrscheinlichkeit, daß der Zahn für viele Jahre noch funktioniert , eher für fraglich, Zeit, Aufwand und Finanzen in einen solchen Zahn zu investieren.

Hier kann die bessere Alternative zum fragwürdigen Zahn, ein sog. Implantat sein.

Ähnliches wie das eben über Revisionszähne gesagte, gilt auch für die Zähne, bei denen eine chirurgische Wurzelspitzenresektion angedacht wird.

Es sollte zusammen mit dem Patienten, äußerst kritisch über Prognose, zu erwartende technische Probleme und die Langfristigkeit der Behandlung gesprochen werden.

Letztendlich gilt es im individuellen Aufklärungsgespräch mit dem Patienten, anhand seiner speziellen Fallsituation, eine fundierte Entscheidung zu treffen.