Dr.Gaensler

Kurz und Prägnant:

Das Spezialgebiet der Endodontie ( = Wurzelkanalbehandlung) in allen verschiedenen Ausprägungen (Erst-, Wiederholungsbehandlung, chirurgische Behandlung), ist eine sehr anspruchsvolle, technische Einzeldisziplin der Zahnheilkunde. Der generalistisch tätige Zahnarzt, der sich auf viele Bereiche des Behandlens versteht, hat oftmals nicht für dieses Fachgebiet die mögliche Maximalausstattung (Dentalmikroskop,Spezialinstrumente etc). Daher kann es zur Erhaltung eines komplexen Wurzelzahnes, sinnvoll sein, zu einem spezialisierten Behandler zu gehen, der mit entsprechender Erfahrung, Ausbildung und spezieller Ausstattung, ausschließlich Wurzelkanalbehandlungen ausführt.

Ausführlicher:

In den USA gab es bereits in den 80 er Jahren zahnärztliche Behandler, die sich rein auf den Bereich der Wurzelkanalbehandlung spezialisiert hatten, das Fachgebiet der sog. Endodontie.

In Amerika ist es auch so, daß hier spezielle Studienprogramme, nach Abschluss des normalen Zahnmedizinstudiums für die Ausbildung zum zertifizierten Endodonten an den Universitäten angeboten werden.

Die Ausrichtung der Lehre an den deutschen Hochschulen ist nach wie vor so, daß Studierende der Zahnheilkunde mit allen zahnärztlichen Fachgebieten bekannt gemacht werden, und sie aber dann nach abgeschlossenem Studium als Praktiker in einer einer Reihe klassischer zahnärztlicher Bereiche (Chirurgie, Füllungstherapie, Parodontologie, Prothetik) arbeiten.

Es sind derzeit in der Bundesrepublik eine überschaubare Anzahl von Kollegen, die sich durch Aus- und Weiterbildung rein dem Fachgebiet der Endodontie zugewandt haben oder wenden.

Ich entdeckte nach den ersten jahren als zahnärztlicher Assistenzarzt erst in der eigenen Praxis, mit der Anschaffung meines 1. OP-Mikroskopes (Zeiss-OP-Mikroskop Pro Dente) im Januar 1997, welche wunderbare Welt sich im Zahninneren auftat, wenn Beleuchtung und perfekte Optik zusammen kommen.

Das tägliche Arbeiten mit dem sich bis Heute weiterentwickelten Dentalmikroskop, und der Fortschritt im Bereich der Instrumente und Materialien, sowie die zunehmende Erfahrung, basierend auf Fortbildugn bei kompetenten Kollegen, hat dazu geführt, daß sich bei mir eine Spezialisierung für den Bereich der Wurzelkanalbehandlung entwickelt hat.

Bereits in den 20 er Jahren haben Forscher das Zahninnere von Backenzähnen (= Molaren), mit einem feinfließenden Harz ausgegossen, und nach Aushärtung des Harzes, den Zahn sozusagen weggeätzt.

Dabei zeigte sich ein höchst feinverzweigendes Wurzelkanalsystem, vergleichbar den Ästen eines Baumes oder einer wilden, zerklüfteten Fjordlandschaft. Die feinsten Kanälchen haben nur noch einen tausendstel Millimeter im Querschnitt.

Bei den in Deutschland üblichen "ausreichenden" Wurzelbehandlungen, war es lange so, daß es nach Definition der Sozialversicherung schon reichte, wenn die sog. "Wurzelfüllung" bis in´s untere Drittel ragte. Qualitätskriterien wie vollständige Entfernung von totem, abgestorbenem Gewebe und infiziertem Wandmaterial, Desinfektion und dichte Abfüllung bis an die Wurzelkanalspitze heran, finden sich nicht in diesen ausreichenden Anforderungen.

Genau an der Stelle setzt aber der Anspruch des auf die qualitative, langfristige Wurzelkanalbehandlung spezialisierten Behandlers an:

Ich strebe es unter Anwendung aller zur Verfügung stehenden Techniken, Instrumente und Möglichkeiten an, das komplette auffindbare und bearbeitbare Wurzelkanalsystem, ins einer höchst fein verästelnden Komplexizität, von den Bakterien und dem infizierten Gewebe zu reinigen.

Die Erfolgszahlen liegen in meiner Praxis, retrospektiv betrachtet, bei erster Wurzelbehandlung des Zahnes, in einer Größenordnung von 95 - 98 %.

Nur ein sehr kleiner Prozent an Zähnen, zeigt eine weiterhin bestehende Entzündung. Das sind oftmals Zähne, die als Gegenreaktion auf die bakterielle Attacke, schon länger die Kanäle verkalkt und verengt hatten, und man als Behandler, selbst mit den feinsten Spezialfeilen, durch die im unteren Drittel völlig verkalkte Zone nicht mehr bis an die Wurzelspitze gekommen ist.

Man muss aber wissen, daß auf den letzten 3 mm der Wurzellänge im untersten Teil, ca 90 % aller mikroskopisch feinsten Wurzelkanälchen (Durchmesser um die 1/1000 mm) liegen.

In den wenigen Fällen, in denen die Wurzelbehandlung von oben noch nicht einen hundertprozentigen Erfolg gebracht hat, kann die gezielte mikrochirurgische Kappung der Wurzelspitze (= mikrochirurgische Wurzelspitzenresektion) die Methode der Wahl sein.

Auch beim Vergleich der konventionellen, "ausreichenden" Wurzelspitzenresektion zu der aufwendigen, mikrochirurgischen Wurzelspitzenresektion fällt auf, daß die Erfolgszahlen bei der normalen Wurzelspitzenresektion nur bei ca 50 %, die der mikrochirurgischen Wurzelspitzenresektion aber bei über 90 % liegen.

Ziel jeder Wurzelbehandlung, egal ob von der klinischen Krone her ( = orthograd) oder von der Wurzelspitze ( = retrograd) her, ist es, daß der Zahnlangfristig einwandfrei funktioniert.